Wie Ihr Brutto-/Nettogehalt berechnet wird

Was bleibt von Ihrem Gehalt übrig nachdem die verschiedenen Steuern abgezogen wurden? Welche Steuerarten gibt es und wie werden sie angewendet? Wenn Sie in Deutschland arbeiten, ist es wichtig, die geltenden Steuerklassen, ihre Bedingungen und die Art und Weise, wie sie angewendet/berechnet werden, zu kennen. Bei diesen Berechnungen werden verschiedene Faktoren berücksichtigt. In diesem Abschnitt erfahren Sie mehr über die verschiedenen Faktoren, die Sie bei der Berechnung Ihres Brutto-/Nettolohns berücksichtigen müssen.

Region

Zunächst einmal müssen Sie wissen, dass Ihr Gehalt von der Region abhängt, in der Sie arbeiten. In den einzelnen Bundesländern gelten unterschiedliche Gehaltsregelungen. So werden beispielsweise in Berlin berufstätige Menschen oft schlechter bezahlt als in anderen Großstädten wie Frankfurt oder Köln.

Kennen Sie Ihr Bruttogehalt

Um Ihr Nettogehalt zu berechnen, müssen Sie zuerst Ihr Bruttogehalt kennen. Ihr Bruttogehalt wird durch Ihren Arbeitsvertrag bestimmt und kann innerhalb Ihres Unternehmens neu verhandelt werden. Es ist der Betrag, der die Grundlage zur Berechnung Ihres Endgehalts bildet. Sie sollten auch wissen, dass das gleiche Bruttogehalt für zwei Personen nicht das gleiche Nettogehalt bedeuten muss, da die Steuerklassen unterschiedlich sein können.

Lohnsteuer

Wenn Sie Ihr Gehalt erhalten, sollten Sie wissen, dass die Lohnsteuer von Ihrem Arbeitgeber direkt abgezogen und an das Finanzamt abgeführt wird. Diese Abgabe berücksichtigt Kinderfreibeträge und beinhaltet Sozialabgaben. Die Lohnsteuer stellt einen Vorschuss auf die Einkommensteuer dar, daher können Sie zusätzliche Aufwendungen geltend machen, müssen aber auch zusätzliche Einnahmen angeben. Wenn Ihre Lohnsteuer höher ist als Ihre Einkommensteuer, wird Ihnen der überschüssige Betrag zurückerstattet. Wenn es umgekehrt ist, d.h. Ihr Einkommensteuerbetrag höher als Ihr Lohnsteuerbetrag ist, dann müssen Sie den Mehrbetrag bezahlen.

Steuerklassen

Die Steuerklassen bestimmen den Prozentsatz der vom Mitarbeiter zu zahlenden Steuern. Im deutschen Steuersystem gibt es sechs Klassen:

Steuerklasse (I): Alleinstehend

Diese Klasse umfasst Einzelpersonen mit oder ohne Kinder oder deren Partner eine eingeschränkte Steuerpflicht hat.

Steuerklasse (II): Unverheiratet mit Kind und Verwitwete

Diese Klasse gilt für Personen, die Anspruch auf Erleichterung als Alleinerziehende haben. Dazu gehören auch Verwitwete einen Monat nach dem Tod ihres Partners (anwendbar, wenn der verstorbene Partner voll steuerpflichtig war).

Steuerklasse (III): Verheiratete mit unterschiedlich hohen Einkommen

Diese Steuerklasse wird für Verheiratete mit Einkommen, die unterschiedlich hoch sind, gültig. Diese Steuerklasse wird auf den Partner mit dem höheren Einkommen angewendet. Die einzige Bedingung für diese Steuerkennzeichen ist, dass das Paar zusammenleben muss.

Steuerklasse (IV): Verheiratete mit ähnlichem Einkommen

Ein Ehepaar fällt unter diese Steuerklasse, wenn es voll einkommensteuerpflichtig ist. Die Wahl dieser Klasse wird empfohlen, wenn beide etwa den gleichen Betrag verdienen. Wenn ein Partner unter diese Steuerklasse fällt, kann der andere Partner die Steuerklasse 3 oder 5 nicht wählen.

Steuerklasse (V): Verheiratete mit geringem Einkommen

Diese Steuerklasse wird auf eine Person mit geringerem Einkommen angewendet, wenn ihr Ehepartner die Steuerklasse 3 beantragt hat.

Steuerklasse (VI): Arbeitnehmer mit mehr als eine Beschäftigung

Diese Steuerklasse gilt für Personen, die eine zweite Lohnsteuerkarte besitzen und höhere Abzüge als die anderen Klassen haben.

Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag ist ein festgesetzter Betrag, der einem Mitarbeiter gewährt wird und der nicht versteuert werden muss. Er kann auch auf zwei Steuerkarten (für zwei Elternteile) aufgeteilt werden. Die Höhe des Eintrags hängt natürlich von der Anzahl der Kinder ab, die von einem Paar aufgezogen werden.

Kirchensteuer

Die Kirchensteuer ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und liegt zwischen 8% und 9%. Diese Steuer wird auf alle in einer kirchlichen Organisation registrierten Mitglieder erhoben und ist gesetzlich vorgeschrieben. Wenn eine Person die Kirche verlässt, bedeutet dies eine Erhöhung des Nettogehalts, da keine Kirchensteuer mehr abgezogen wird.

Krankenversicherung

Verdient ein Mitarbeiter mehr als 450 € pro Monat, ist er automatisch in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Der Beitrag richtet sich nach der Einkommenshöhe des Einzelnen. Der Satz beträgt 14,6 % zuzüglich eines einkommensabhängigen Zuschlags (durchschnittlich 0,9 %).

Rentenversicherung

Arbeiter und Angestellte müssen in Deutschland eine Rentenversicherung abschließen. Der aktuelle Satz liegt bei 18,6 %. Die Hälfte des Satzes wird vom Arbeitnehmer und die Hälfte vom Arbeitgeber bezahlt. Die Beitragsbemessungsgrenze hängt von der Region ab, da sie sich in Ost- und Westdeutschland unterscheidet.